Kulturtouristische Strategieentwicklung Wachauer Südufer

Saisoneröffnung in Maria Langegg 2017 © Christian Reisinger
Saisoneröffnung in Maria Langegg 2017 © Christian Reisinger

Die Gemeinden Mautern, Bergern, Furth, Rossatz-Arnsdorf und Schönbühel-Aggsbach intensivierten ihre Zusammenarbeit und setzten auf eine gemeinsame Positionierung des Südufers. Unter der Leitung von Martin Vogg, der schon für das Projekt Wachau 2010 plus verantwortlich war, wurden, ausgehend von den beiden Standorten Maria Langegg und der Kartause Aggsbach, bestehende Angebote mit neuen kombiniert und zu buchbaren Paketen geschnürt.

Die Region befasste sich schon seit Langem mit der Frage der Entzerrung der TouristInnenströme im Welterbegebiet. Wie schafft man es, TouristInnen weg von den Hotspots hin zu Geheimtipps zu locken? Bereits 2003 wurde deshalb eine Tourismusstrategie speziell für den Bereich des rechten Donauufers der Wachau entwickelt.

Inzwischen hat dieser Bereich eine verstärkte Vernetzung zu den Gemeinden der Teilregion Dunkelsteinerwald sowie bis hin zur Schallaburg als wichtigem Tourismusziel in der Nähe der Region erfahren. Auch mit der Marktgemeinde Furth bei Göttweig, die fast vollständig innerhalb der Grenzen des Welterbegebietes Wachau liegt, hatte sich der Kontakt intensiviert. Ein weiterer Impuls könnte außerdem von der möglichen Aufnahme des römischen Erbes entlang der damaligen Nordgrenze des Römischen Reichs – des Limes – in das UNESCO-Welterbe ausgehen. Im Fall der Anerkennung wären fünf konkrete Standorte mit Schwerpunkt in Mautern im Bereich des bereits bestehenden Welterbes Wachau betroffen.

In den letzten Jahren wurden neben weiteren wichtigen Projekten – wie einem Schwerpunkt bei Projekten von Kunst im Öffentlichen Raum –zwei große kulturtouristische Projekte am Wachauer Südufer umgesetzt bzw. vorbereitet: Das Wallfahrtsmuseum Maria Langegg sowie das Kartäuserland Aggsbach Dorf. In beiden Fällen bestand jedoch bisher nicht die Möglichkeit, die dahinterliegenden Strukturen entsprechend der potenziellen Bedeutung der beiden Standorte zu professionalisieren.

Bezogen auf die beiden Standorte wurde daher parallel zum vorliegenden Leader-Projekt zwei weitere Projekte mit Unterstützung der Kulturabteilung des Landes eingereicht. Diese waren formell und antragstechnisch eigenständige Projekte, aber inhaltlich mit dem vorliegenden Projekt im Zusammenhang zu sehen. Ziel dieser Projekte war es, die beiden Standorte Maria Langegg und Kartause Aggsbach Dorf im Lauf der nächsten drei Jahre (2017-2019) auf eine eigenwirtschaftliche Basis zu stellen.

Wesentliche Voraussetzung zur Erreichung dieses Ziels war jedoch, begleitend zu den einzelstandortlichen Projekten, die Bündelung all dieser Handlungsstränge zu stringenten und vermarktbaren kulturtouristischen Produkten voranzubringen. Dies wurde daher als zentrales Ziel der gesamtregionalen Entwicklung des Weltkulturerbes Wachau sowie der Leader-Region Wachau-Dunkelsteinerwald identifiziert. Ausgehend von den beiden Standorten Maria Langegg und Aggsbach Dorf wurde so eine strategische Vernetzung des gesamten Wachauer Südufers erreicht und so auf künftige Herausforderungen im Gesamtkonzert der möglichen beiden künftigen Welterbestätten Wachau und Donaulimes bestmöglich vorbereitet.

Bei der gemeinsamen Saisoneröffnung vom Wallfahrtsmuseum Maria Langegg und der Kartause Aggsbach im April 2017 wurde das Projekt vorgestellt.

Behandelt im Projektauswahlgremium: 20.5.2016
Projektträger: Verein Welterbegemeinden Wachau
Fördersatz: 70%
Laufzeit: 3 Jahre
Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union (LEADER).